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Anarchy in the UK – Clash’s in London

In den letzten Wochen spitzen sich die Studentenproteste im Vereinigten Königreich immer mehr zu. Bereits vor ein paar Wochen kam es zu Zusammenstössen zwischen Student_Innen und Polizeikräften. Gestern nun traf es nun auch etwas das britische Könighaus. Der Thronfolger Prince Charles war gerade auf dem Weg zu einer der zahlreichen Veranstaltungen wo die Smokings herumgetragen werden, odeuvré gereicht werden und alles getan wird um das Volk draußen zu halten.

Das passt ja, werden sich einige gedacht haben die gerade in den Seitenstrassen von den Riot’s abzogen als sie den königlichen Fuhrpark erblickten. Kurzerhand flogen Farbbeutel und eine Seitenscheibe der Limousine sprang. Der Fahrer hatte einige Minuten zu tun die Situation in den Griff zu bekommen, schliesslich ist Mensch trainiert auf internationale Terroristen und nordirische Separatisten die schreiend auf einen zu rennen oder zu fahren und sich neben dem Wagen in die Luft sprengen.

Es zeigt sich, dass die „Platz da hier Regier ich“ Politik der meisten Regierungen die Bevölkerung dazu bringt, anzufangen mit Bauzäunen und Latten auf die Polizei loszugehen, eine klare Ansage an die Regierenden dieses Systemes. Über zehntausend Euro pro Jahr fürs Grundstudium lässt nun auch in Großbritannien das Fass bei der Jugend überlaufen. Wer sich etwas in die Materie einliesst stellt fest, dass die gleichen Muster wie sie bereits in den Metropolen von Griechenland beobachtet wurden, nun wiederholt eintreten. Perspektivlosigkeit, andauernde Polizeigewalt, dass drüber weg regieren, gepaart mit den zig tausenden anderen Problemen in einem neoliberalen kapitalistischem System, führt in einigen Ländern bereits zu immer häufigeren Auseinandersetzungen. Europa gilt mittlerweile Statistisch zu einem der Kontinenten mit den meisten Aufruhen, beim eindringen in die Materie liesst sich das dann teilweise wie folgt:

Mit den jüngsten Unruhen in Griechenland, Island, Schweden, Litauen, Lettland, Bulgarien, Frankreich, Guadeloupe, La Réunion, aber auch den migrantischen Kämpfen in den Flüchtlingslagern von Malta und Lampedusa, ist Europa unmittelbarer Austragungsort heftiger Auseinandersetzungen geworden. Die Kämpfe erinnern an die Aufstände der 80er Jahre gegen den Internationalen Währungsfonds IWF in Lateinamerika.

Unter Einsatz von Steinen, Eiern, Schneebällen, Flaschen, Rauchbomben, dem Zerstören von Fensterscheiben, Umstürzen und Inbrandsetzen von Fahrzeugen sowie massiven Sachbeschädigungen üben Demonstranten Druck auf Regierungen aus. In Griechenland und La Réunion wurde auf Polizisten geschossen, in Frankreich ein Manager von Arbeitern als Geisel genommen. Die Polizei antwortet mit Tränengas, Gummigeschossen, Massenverhaftungen.

Genau die 80er Jahre waren es auch, als der Eisernen Lady Maggie Thatcher ihre Politik im inneren um die Ohren flog. Konzentriert auf Kriege im Ausland um das britische Commonwealth unter Kontrolle zu bringen, regierte das britische konservative Unterhaus an der Bevölkerung vorbei. Armut in den zusammenbrechenden Industriestädten, Perspektivlosigkeit führte zu offenem Nationalismus und Verrohung innerhalb der Gesellschaft. Es kam zu heftigen Streiks, nach einem Jahr wurden sie unter Gewalt aufgelöst. Gewaltsame Zusammenstößen zwischen großen Teilen der Arbeiter_Innen und Migrant_Innen und der Polizei hinterliessen tiefe Wunden im vertrauen in eine Regierung.

Nun sollte Mensch beobachten wie sich die Proteste in Großbritannien entwickeln. Viel zu Oft werden in der letzten Zeit euphorisch Protestkulturen daher geschrieben. Stuttgart21 hierzulande war fast schon die schwäbische Revolution, nach den Verhandlungen der letzten Wochen ist vom Strassenprotest nicht mehr viel übrig geblieben. Ob die Student_Innen ihre Wut auch weiterhin auf die Strasse tragen, ist eine Frage der Ernsthaftigkeit am Willen der Veränderung und der eigenen existentiellen Bedrohung. Ist es ein Hype, wird er bald auf dem Protestfriedhof in den Büchereien verschwinden, wird er zum rumorenden Flächenbrand und das Feuer frisst sich tief in die gesellschaftlichen Strukturen der Jugend, wird es wohl Ähnlichkeiten zur griechischen Revolte geben.

Lassen wir die Bilder auf uns wirken:

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