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Castor nach Lubmin

Wie schon bei der Räumung der Liebig14 versuche ich in diesem Beitrag ein Feature über den Castor von Karlsruhe nach Lubmin. Ich selber werde am Mittwoch und Donnerstag vor Ort berichten und wie schon im Wendland, versuchen alle möglichen Protestaktionen und Blockaden zwischen Greifswald und Lubmin zu dokumentieren.

Laut aktuellen Meldungen soll der Transport am 16.02.20011 gegen 01.00 Uhr in Karlsruhe starten. Letzte Woche gab es bereits wieder einen Castorstrecken Aktionstag, der von den VeranstalterInnen als erfolg gewertet wird. Die Medien beginnen mit ihrer Berichterstattung anzuziehen. So werden im Tagesspiegel z.B. die mehr oder weniger realistischen Szenarios beleuchtet, ob ein Castor-Transport um Berlin geleitet wird. Ausserdem wird seit der letzten Woche in vielen Zeitungen spekuliert, ob ein vermeindlicher Sprengsatz bzw. Brandsatz wie einige Zeitungen auch berichten, auf das Konto von militanteren Anti-Atom GegnerInnen geht. Sicher ist bis jetzt allerdings, das Rund 7000 BeamteInnen den Transport sichern sollen.

Wie schon beim letzen Transport im Wendland und dem Transport im Dezember nach Lubmin, wird es wieder einen sehr aktuellen Castor Ticker im Internet geben. Ausserdem gibt es wieder zahlreiche Twitter Accounts, die sich höchstwahrscheinlich unter den Tags #castor und #lubmin zusammensassen lassen könnten. Am besten ihr benutzt die Suche bei Twitter um eines der Stichwörter zu suchen und so gesammelt alle Nachrichten zum gleichen Tag zu bekommen.

Natürlich wird der Castor aller vorraussicht nicht pünktlich in Lubmin ankommen, dass zeigten vorallem die letzten Transporte, bei denen es z.B. beim Castor im Wendland 2010 zur bisher längsten bei einem Transport kam. Ausserdem sind bereits eine Vielzahl von Protestaktionen veröffentlicht worden. Aufgerufen wird z.B. zu Sitz-Blockaden auf den Schiene wie immer bei einem Transport. Ausserdem gibt es einen Aufruf unter dem Motto „Wartegleis“ bei dem Kleingruppen selbstständig sich dem Gleis nähern sollen und den Transport dabei abbremsen oder zum stehen bringen wollen. Aber Castorzeit wäre nicht auch die Zeit von kreativen Aktionen die es vermutlich auch bei diesem Transport geben wird.

Dienstag, 15.02.2011

Karlsruhe – Schienenblockade samt Gleisneubeu

Bereits am Dienstag Vormittag ketteten sich ca. 20 AktivistInnen an Bäume und die Gleise direkt am Tor der WAK Karlsruhe. 11 AktivistInnen wurden relativ schnell losgelöst von den Gleisen, einige andere sind so ins Gleisbett integriert, das die Gleist mit ihnen abtransportiert werden sollen. Laut Angaben der Polizei, werde die Strecke rechtzeitig vor Beginn des Transportes in der Nacht wieder vollständig befahrbar sein. Sicherheitskräfte finden die Aktion bereits jetzt schon nicht lustig, da sie an einem ständig überwachten Abschnitt gelang. Wie die AktivistInnen es geschafft haben die Aktion vorzubereiten, ist vollkommen unklar.

Am Abend gab es in Karlsruhe dann noch eine Blockade mit ca. 700 Menschen die wohl relativ gut auf das Gleis kamen. Auch nach längerer Zeit gelang es immer wieder Menschen noch auf die Gleise zu gelangen. Am Mittwoch früh, gegen 1:30 begann die Polizei dann die Blockade zu räumen. Der Castor sollte planmäßig nun bereits eigentlich schon eine halbe Stunde unterwegs sein.

Mittwoch, 16.02.2011

Der CastorTicker meldet um kurz vor 03:00 Uhr das die Blockade bei Karlsruhe nun vollständig geräumt wurde. Die Einsatzkräfte setzten unteranderem Pfefferspray und härtere Gewalt ein, um die Blockade schnellstmöglich zu räumen. Laut einigen Meldungen gab es dabei die ersten Verletzten unter den DemonstrantInnen. Somit hatte der Transport bereits an diesem Punkt, über zwei Stunden Verspätung.

Die meisten Mahnwachen harren bei klirrender Kälte um Greifswald an der Transportstrecke aus. Die Feuertonnen brennen und die ersten Nachtlager mit Strohballen werden in den Zelten aufgebaut. Es gibt Kaffee und Tee und alle checken alle paar Minuten den Castorticker. Am Mittag war es noch relativ ruhig in Greifswald was die Polizeipräsenz anging. An der Transportstrecke selber wird jedoch jedes vorbeifahrende Auto beäugt. Hier die ersten Eindrücke aus Greifswald und Umgebung.

In Kemnitz versuchten von der von den Grünen angemeldeten Mahnwache ca.100 Personen auf die Schienen zu gelangen. Die Eingesetzte Polizei war relativ schnell in der Lage die Menschen auf dem Feld zum Abbruch der Aktion zu bewegen, dass lag vorallem an der eingesetzten körperlochen Gewalt, bei der es mindestens zwei Verletzte gegeben hat, die sich in ärztliche Behandlung begeben haben. Dennoch schafften es ca. 60 Personen zu den Gleisen zu gelangen. An vier Stellen gab es Blockaden auf den Schienen, die größte ansammlung war mit 40 Menschen direkt auf einem Acker bei Kemnitz. Die Polizei brauchte die ganze Nacht um die Logistik auf das Feld zu bekommen, um eine Räumung durchführen zu können. Laut Polizeisprecher haben sie sich allerdings auch Zeit gelassen, da sie den evtl. Aufenthalt bei einer Ingewahrsamnahme in der FeldGeSa, so gering wie möglich halten wollten. Deshalb haben die Einsatzkräfte auch erst kurz vor dem Eintreffen des Transportzuges mit der Räumung der Blockade begonnen. Von den über vierzig Personen auf den Gleisen, haben sich die meisten freiwillig entfernt nach der dritten Ansage. Wohl auch der Tatsache geschuldet, das nach vier Stunden bei eisigen minus vier Grad, keiner noch Stunden lang in der freiluft GefangenenSammelstelle sitzen wollte. Dennoch blieben ca. sechs Personen auf den Gleisen sitzen und wurden durch die Polizei weggetragen. Kurz nach Beendigung der Maßnahme flogen auch schon die Hubschrauber des Vorrauskommandos des Tranportzuges über das Geschehen. Gleich danach kam dann auch schon der Transportzug mit den fünf Castor Behältern bei Kemnitz vorbei. Die Polizei war an diesem Punkt schon in der Entspannungsphase. Die meisten Einsatzkräfte nahmen den Transportzug nur noch am Rande war und packten bereits die Sachen zusammen. Auch die meisten Journalisten packten sofort nach dem vorbeifahrenden Zug ihre Sachen und beendeten den Tag. Hier gibt es die Bilder der Blockade.

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